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Gesundheitliche
Probleme durch Schimmelpilze und Hefen
Schimmelpilze sind ein wichtiger Bestandteil
unserer Umwelt und tragen wesentlich zur Zersetzung von abgestorbenem
Material bei. Sie sind sehr anspruchslos und wachsen in einem breiten
Temperaturbereich zwischen etwa 0°C (einige Arten auch unter dem
Gefrierpunkt) und +55°C. Sie brauchen für ihre Entwicklung lediglich
Feuchtigkeit und das überall vorhandene organisches Substrat als
Nährstoffe. Schimmelpilzsporen können ohne Feuchtigkeit jahrelang
überleben. Sie werden bei günstigeren Lebensbedingungen (Feuchtigkeit)
reaktiviert und können zu einem erneuten Befall führen. Während
Schimmelpilze ein wichtiger Teil der Natur sind, sollten sie in
Innenräumen nicht vorhanden sein, da sie bei den Nutzern starke
Gesundheitsbeschwerden auslösen können.
Sporen von bestimmten
Schimmelpilzgattungen, insbesondere Alternaria, Aspergillus,
Cladosporium, Penicillium, Rhizopus und Stachybotrys haben ein hohes
Allergien auslösendes Potenzial, selbst wenn der Schimmelbefall nicht
oder kaum sichtbar ist. Auch die Hefe Candida albicans ebenso wie weitere
Schimmelpilzgattungen, z. B. Botrytis, Cephalosporium, Fusarium, Mucor,
Phoma und Trichophyton können allergische Reaktionen auslösen.
Schimmelpilze verursachen in der Regel
ganzjährig eine Vielzahl allergischer Symptome, meist
Atemwegserkrankungen von Rhinitis (Schnupfen), rezidivierenden
"Erkältungen", Bronchitis bis hin zum allergischen Asthma.
Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Hautkrankheiten,
Magen-Darm-Erkrankungen, Gehörgangsmykosen, Augenbrennen und u. U. sogar
Gelenkbeschwerden können durch Schimmelpilze hervorgerufen werden. Die
Immunabwehr wird durch Schimmelpilze ebenfalls geschwächt, so dass auch
die allgemeine Krankheitsanfälligkeit ansteigt.
Manche Schimmelpilze, z. B.
Aspergillus-Arten, können auch innere Organe, z. B. die Lunge, befallen
und schwere Krankheitssymptome mit möglicherweise lebensbedrohenden
Komplikationen verursachen. Besonders gefährdet sind immungeschwächte
Menschen.
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Schimmelpilze auf
einer Nährbodenplatte
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Schimmelpilze
(Rhizopus stolonifer)
unter dem Mikroskop
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Einige Schimmelpilze können - müssen
jedoch nicht - auch Mykotoxine (Giftstoffe) freisetzen, die
insbesondere bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem, aber auch
bei Gesunden, zu Gesundheitsstörungen führen können. Am bekanntesten sind
die u. a. von Aspergillus flavus gebildeten Aflatoxine, die Krebs
erzeugen können. Auch optisch unauffällige Lebensmittel können bereits
unsichtbar mit Schimmelpilzen kontaminiert sein. Nahrungsmittel mit einem
hohen Feuchtigkeitsgehalt werden besonders schnell angegriffen. Ihr
Verzehr kann u. U. gesundheitsgefährdend sein wegen der möglicherweise
bereits produzierten Mykotoxine.
Grenzwerte für eine gesundheitlich
unbedenkliche Sporenkonzentration in der Raumluft existieren nicht und sind m. E. auch wenig sinnvoll,
da die individuelle Disposition und die Zusammensetzung des Befalls eine
wesentliche Rolle spielen. Besonders gefährdet sind jedoch kleine Kinder,
Allergiker, Personen mit einer geschwächten Immunabwehr und ältere
Menschen. Generell steigt das Erkrankungsrisiko mit der Dauer der
Exposition an. Bei einem Nachweis von Schimmelpilzen im Umfeld und
bestehenden Beschwerden sollte eine gezielte Allergiediagnostik auf die
nachgewiesenen Schimmelpilze und Hefen
erfolgen.
Schimmelpilzsporen bleiben nicht
auf den Raum beschränkt, wo der Befall existiert, sondern werden
unsichtbar in der Luft transportiert. So können sie sich auch an anderen
Stellen mit - u. U. vorübergehend - erhöhter Feuchtigkeit ansiedeln. Man kann
Schimmelpilzen ohne eine mikrobiologische Untersuchung im Labor nicht
ansehen, ob von ihnen eine Gefahr für die Gesundheit ausgeht. Auch ein
homogen aussehender Schimmelfleck kann von mehreren Arten gebildet
werden.
Pilzsporen reichern sich im Hausstaub
an und verursachen insbesondere bei Personen, die gegen Schimmelpilze
und/oder Hausstaub sensibilisiert sind, u. U. massive
Gesundheitsprobleme. Schwer zugängliche Bereiche, beispielsweise schmale
Zwischenräume zwischen Möbelstücken und Wand, hinter Heizkörpern bzw.
Heizkörperverkleidungen oder unter Einbaumöbeln sowie Abdeckgitter bzw.
Filtermatten von Lüftern z. B. in innen liegenden Sanitärräumen sind
erfahrungsgemäß ein besonders reichhaltiges Reservoir für Schimmelpilzsporen.
Für eine dauerhafte Bekämpfung von
Schimmelpilzen ist die Beseitigung der Feuchtigkeitsursachen unabdingbar.
Sofern bauliche Probleme, z. B. Wärmebrücken, Undichtigkeiten der
Gebäudehülle oder des Dachs, eine unzureichende Wärmedämmung, defekte
Versorgungsrohre, vorhanden sind, müssen diese fachgerecht saniert
werden. "Flickwerk" oder das Überdecken des Befalls mit Folie,
Paneelen, Gipskarton oder anderen versiegelnden Materialien ist für einen
dauerhaften Erfolg nicht ausreichend. Der Einsatz von Schimmelpilze
abtötenden Chemikalien (Fungiziden) allein hat erfahrungsgemäß keine
Langzeitwirkung, sofern weiterhin eine erhöhte Feuchtigkeit vorhanden
ist. Empfehlenswert sind Mittel auf der Basis von Wasserstoffperoxid oder
Fruchtsäuren. Essig oder Mittel auf Chlorbasis sollten nicht verwendet
werden. Generell sollte Schimmelpilzbefall immer entfernt werden, damit
nicht weiterhin eine latente Gefahr von ihm ausgeht. Zusätzliche kann der
Schadensbereich mit einem Fungizid behandelt werden.
Das Nutzerverhalten sollte ebenfalls
überprüft und ggf. geändert werden. Zur Überprüfung des Wohnverhaltens
ist ein Thermo-Hygrometer hilfreich. Damit kann man kontrollieren, ob die
Luftfeuchtigkeit zu hoch ist und ob man die Räume ausreichend temperiert
hat. Grundsätzlich sollte man mehrfach täglich für einige Minuten mit
weit geöffneten Fenstern (nicht in Kippstellung) lüften, um einen
effektiven Luftaustausch zu erreichen. Auch nicht oder selten genutzte
Räume sollten regelmäßig gelüftet und ausreichend beheizt werden.
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