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Formaldehyd
Formaldehyd ist ein farbloses,
stechend riechendes, giftiges Gas, das die Augen und Schleimhäute reizt, Kopfschmerzen
hervorruft und auch sonst zu Befindlichkeitsstörungen bis hin zu
allergischen Reaktionen führt. Durch seinen Einsatz in der Kunststoff-
und Kleberherstellung und seine Verwendung in Desinfektions-,
Sterilisations- und Konservierungsmitteln kann er auf vielfache Weise in
Räumen auftreten.
Als mögliche Formaldehydquellen kommen
z. B. Möbel, Wandverkleidungen, Täfelungen, Spanplatten, Laminatböden,
OSB-Platten, Sperrholz, Teppiche und Textilen in Frage. Außerdem wird
bzw. wurde Formaldehyd bei der Herstellung von Kunstharzen wie Phenol und
Melamin eingesetzt. Diese Kunstharze werden u. a. für Kunststoffprodukte,
Kleb- und Schaumstoffe verwendet. Sie können auch als Bindemittel in
Lacken und Parkettversiegelungen enthalten sein. Aber auch im Abgas von
Holzfeuerungen können hohe Formaldehydkonzentrationen freigesetzt werden.
Im Tabakrauch ist immer Formaldehyd enthalten. Dort wird er weniger vom
aktiven Raucher aufgenommen als in die direkte Umgebung abgegeben.
Passivraucher sind demnach stärker davon betroffen.
In geschlossenen Innenräumen liegt
laut der Gefahrstoff-Verordnung der Richtwert für Formaldehyd bei 0,1 ppm
(parts per million = tausendstel Promille). Dies entspricht 0,12 mg/m³.
Der Idealwert für Innenräume liegt unter 0,05 ppm, über 0,1 ppm sollten
Maßnahmen zur Reduzierung der erhöhten Formaldehydkonzentration erfolgen.
Die mittlere Arbeitsplatzkonzentration
(MAK-Wert) liegt bei 0,5 ppm. Oberhalb 1 ppm werden bei Inhalation bzw.
Kontakt mit der Haut Entzündungen von Augen, Nase, Lunge, Rachen und Haut
ausgelöst. Bei empfindlichen Personen liegt diese Schwelle deutlich
niedriger. Eine Überprüfung der Sensibilisierung auf Formaldehyd ist z.
B. im Blut mittels quantitativer CAP-/RAST Diagnostik möglich.
Eine Reduzierung der Formaldehydkonzentration
in der Raumluft lässt sich durch bestimmte Grünpflanzen erreichen. Hierzu
gehören Grünlilien, Drachenbaum, Efeutute, Purpurtute, Philodendron, Aloe
und Gerbera. Diese Pflanzen sind aber nur bei einer geringen
Formaldehydbelastung von Nutzen. Ist die Formaldehydquelle lokalisiert,
sollte diese beseitigt bzw. versiegelt werden.
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